Washington D.C.: Funkempfangsversuch während Marsopposition
Während der erdnächsten Marsposition des Jahrhunderts führten US-Behörden ein koordiniertes Funkabhörexperiment mit einem Luftschiff-gestützten Empfänger durch, um mögliche Marssignale zu erfassen und ungewöhnliche Muster aufzuzeichnen.
Hintergrund
Hintergrund
Am 22.-23. August 1924 erreichte der Mars eine Oppositionsstellung, die näher an der Erde lag als in den vorherigen hundert Jahren. Diese astronomische Konstellation führte zu einem beispiellosen Versuch, außerirdische Kommunikation zu erfassen.
Operationsdetails
Der pensionierte Astronom David Peck Todd leitete die Initiative mit Unterstützung von Admiral Edward Walter Eberle, Chef der Marineoperationen. Ein speziell ausgestattetes Luftschiff wurde 1,9 Meilen über dem U.S. Naval Observatory in Washington, D.C. angehoben und trug einen SE-950-Funkempfänger, der auf Wellenlängen zwischen 8-9 Kilometern abgestimmt war. Das Gerät nutzte eine von Charles Francis Jenkins aus Amherst College entwickelte "Funkfoto-Nachrichtenmaschine" und zeichnete Signale auf chemisch behandeltem Film auf.
Signalempfang
Ein koordinierter "National Radio Silence Day" wurde in den USA vom 21.-23. August durchgeführt, mit fünfminütiger Funkstille jede Stunde. William F. Friedman, US-Armeeoberkryptograph, wurde zur Analyse empfangener Nachrichten eingesetzt. Die Ausrüstung zeichnete ein Signal auf, das auf einer Seite "regelmäßig angeordnete Punkte und Striche" und auf der anderen "merkwürdig angeordnete Gruppen" zeigte, die grob gezeichneten menschlichen Gesichtern ähnelten.
Wissenschaftliche Interpretation
Todd erklärte: "Es könnte keine Nachricht vom Mars sein, aber wenn nicht vom Mars, woher dann?" Frederick E. Fowle vom Smithsonian führte die Muster jedoch auf "Störungen durch Sonnen- oder Erdursachen" zurück. Andere Wissenschaftler schlugen alternative Erklärungen vor, darunter statische Störungen von vorbeifahrenden Straßenbahnen, Geräteausfälle oder natürliche Radiowellen vom Jupiter.