Genf 1985: Reagan nutzt einen hypothetischen Alienangriff als Bild für globale Einheit
Bei einem Abendessen während des Genfer Gipfels am 19. November 1985 sagte Ronald Reagan, die Nachricht von einer außerirdischen Lebensform, die die Erde angreifen wolle, würde die Menschen der Welt vereinen. Das offizielle Gesprächsprotokoll zeigt die Bemerkung als hypothetischen Vergleich im Gespräch über Frieden und Zusammenarbeit.
Hintergrund
Diplomatischer Kontext
Das vom US-Außenministerium veröffentlichte Gesprächsprotokoll dokumentiert ein von Michail Gorbatschow gegebenes Abendessen am ersten Tag des Genfer Gipfels. Die Teilnehmer sprachen über Frieden, Misstrauen zwischen den Blöcken und die Möglichkeit einer besseren Zusammenarbeit.
Reagans Vergleich
Reagan erzählte, er habe zuvor gegenüber Außenminister Eduard Schewardnadse bemerkt, die Menschen würden sich vereinen, wenn sie erführen, dass sich auf dem Halleyschen Kometen eine außerirdische Lebensform nähere, um die Erde anzugreifen. Er verband diesen hypothetischen Gedanken anschließend mit dem Hinweis, dass alle Menschen unabhängig von ihrem Wohnort „von einem Blut“ seien.
Einordnung
Das Protokoll belegt die Äußerung, aber keine Kenntnis von außerirdischem Leben und kein geheimes UFO-Briefing. Im dokumentierten Zusammenhang diente das Szenario als rhetorisches Bild für eine gemeinsame Bedrohung, die politische Gegensätze überwinden könnte.