1. Dezember 1977🇺🇸Dokument

NASA-Administrator Frosch lehnt UFO-Panel-Anfrage der Carter-Regierung ab

Datum
1. Dezember 1977
Ort / Land
🇺🇸Vereinigte Staaten
Typ
Dokument

Hintergrund

Im Dezember 1977 lehnte NASA-Administrator Robert Frosch formell eine Anfrage des Wissenschaftsberaters des Weißen Hauses Frank Press ab, ein wissenschaftliches Panel einzurichten, das neue UFO-Belege seit dem Condon-Bericht von 1968 überprüfen sollte. Die Ablehnung schloss effektiv ein kurzes Zeitfenster, in dem die Carter-Regierung eine erneute Beschäftigung mit der zivilen UAP-Frage erwog.

Der Vorfall

Im Juli 1977 schrieb Frank Press — damals Wissenschaftsberater von Präsident Jimmy Carter und Direktor des Office of Science and Technology Policy — an NASA-Administrator Robert Frosch und schlug vor, dass die NASA ein Panel einberufen solle, um zu bewerten, ob die Befunde nach Condon eine erneute wissenschaftliche Untersuchung rechtfertigen. Die Anfrage wurde teilweise durch das persönliche Interesse von Präsident Carter am Thema ausgelöst, das auf dessen eigene UFO-Sichtung 1969 in Leary, Georgia, zurückging. Frosch antwortete zunächst scheinbar offen auf die Anfrage.

Reaktion der NASA

Bis Dezember 1977 lehnte Frosch formell ab und berief sich auf das Fehlen dessen, was er als "bona fide physical evidence" beschrieb, also echte physische Belege, die ein staatliches Forschungsprogramm rechtfertigen würden. Sein Schreiben schloss damit, dass die NASA die Untersuchung nicht produktiv verfolgen könne, und lehnte sowohl ein formelles Forschungsprogramm als auch ein wissenschaftliches Symposium zum Thema ab.

Bedeutung

Der Austausch zwischen Press und Frosch wird von Forschern als entscheidender Moment zitiert, in dem die Exekutive eine ernsthafte wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der UAP-Frage verhinderte. Er ist in Leslie Keans "UFOs: Generals, Pilots, and Government Officials Go on the Record" (2010) als Beispiel für institutionellen Widerstand in einer Zeit seltener politischer Offenheit dokumentiert. Die Entscheidung trug zur Wahrnehmung bei, die US-Regierung betrachte das UFO-Thema als erledigt, obwohl Piloten-, Militär- und Zivilmeldungen weiterhin zunahmen.