MOD UFO Desk
Hintergrund
Der UFO Desk des britischen Verteidigungsministeriums (Ministry of Defence, MoD) war die offizielle Anlaufstelle für UFO-Sichtungsberichte aus der Bevölkerung und dem Militär. Er bestand als informelle Funktion seit den 1960er Jahren im Secretariat (Air Staff) 2A (S(Air)2A), später umbenannt in DI55 und zuletzt DAS (Directorate of Air Staff).
- Vorläufer: Flying Saucer Working Party (1950-1951)
- Anstoß der formellen Erfassung: RAF Tangmere UFO-Sichtung (1. Juni 1950)
- Offiziell geschlossen am 11. Dezember 2009
Aktivitäten
- Erfassung und Katalogisierung von über 12.000 UFO-Sichtungsberichten über mehrere Jahrzehnte
- Weiterleitung sicherheitsrelevanter Fälle an RAF-Kommandoebenen
- Interne Studie Project Condign (1996-2000): Fazit 'unidentifizierte Phänomene existieren, stellen aber keine Bedrohung dar'
Schließung 2009
Der MoD begründete die Schließung damit, dass in über 50 Jahren keine Beweise für eine Sicherheitsbedrohung durch UFOs gefunden wurden. Die freigegebenen Akten wurden zwischen 2008 und 2013 schrittweise an das National Archives übergeben: 209 Aktenordner mit über 5.000 Seiten Sichtungsberichten.
Vermächtnis
Der MoD UFO Desk war über Jahrzehnte eine der wenigen staatlichen UFO-Anlaufstellen in Europa. Seine Schließung gilt als signifikant für die Dokumentation des institutionellen Rückzugs aus der UFO-Forschung in westlichen Regierungen vor der AARO-Ära.